Kurz gesagt: Das Redesign der Website und die Optimierung des Google-Unternehmensprofils schließen sich nicht gegenseitig aus. Sie lösen unterschiedliche Probleme. Die Aktualisierung des Unternehmensprofils kann die Sichtbarkeit in der lokalen Suche verbessern. Die Weiterentwicklung der Website rückt dann in den Vordergrund, wenn technische Einschränkungen, eine schlechte Benutzererfahrung oder eine umständliche Wartung die Geschäftsziele behindern.
Um eine gute Entscheidung zu treffen, sollten Sie zunächst den aktuellen Stand erfassen. Ermitteln Sie das wichtigste Geschäftsziel und ordnen Sie die Maßnahmen anschließend nach ihrer voraussichtlichen Wirkung, den Kosten und den Risiken. Eine vollständige Neugestaltung sollten Sie in Betracht ziehen, wenn kleinere Verbesserungen die grundlegenden Einschränkungen des Systems nicht beheben können.
Welche Anzeichen deuten darauf hin, dass eine Behandlung erforderlich ist?
Legen Sie die Prioritäten nicht auf der Grundlage von Vermutungen fest, sondern anhand eines beobachtbaren Problems. Anhand dieser Anzeichen lässt sich feststellen, ob das Unternehmensprofil, die Website oder beides überarbeitet werden muss:
- Der lokale oder organische Traffic geht zurück: Das Unternehmen wird in Suchmaschinen seltener gefunden, oder es kommen weniger Besucher auf die wichtigen Seiten.
- Die Konversionsrate ist gering: Die Besucher telefonieren nicht, fordern kein Angebot an oder schließen die Buchung nicht ab.
- Das Google-Unternehmensprofil ist unvollständig: Die Öffnungszeiten, die Telefonnummer, die Adresse, die Kategorie oder die Bildinhalte wurden nicht überprüft oder sind veraltet.
- Die Verwaltung der Bewertungen entfällt: Auf aktuelle Bewertungen wird nicht geantwortet, oder die Angaben im Profil spiegeln nicht den aktuellen Geschäftsbetrieb des Unternehmens wider.
- Technische Probleme verlangsamen die Seite: Das Laden dauert lange, der Inhalt verschiebt sich oder die Interaktionen reagieren verzögert.
- Die Website ist schwer zu pflegen: Updates sind riskant, Fehlerbehebungen wiederholen sich oder die Weiterentwicklungen erfordern unverhältnismäßig viel Abstimmung.
Was sollte man vor der Entscheidung prüfen?
Die Messung hilft dabei, das Symptom von der Ursache zu unterscheiden. Betrachten Sie nicht nur den Durchschnitt der gesamten Website. Untersuchen Sie auch gesondert die Seiten, die mit dem Umsatz oder der Kundenakquise in Zusammenhang stehen.
1. Ladegeschwindigkeit von Webseiten und Core Web Vitals
Die drei Kennzahlen der Core Web Vitals sind LCP, INP und CLS. LCP gibt Auskunft über das Laden des Hauptinhalts, INP über die Reaktionsgeschwindigkeit bei Interaktionen und CLS über die visuelle Stabilität. Der Core Web Vitals-Bericht in der Google Search Console zeigt den Status von URL-Gruppen an. PageSpeed Insights und Lighthouse ermöglichen eine weitere Analyse.
Laborwerte und tatsächliche Nutzungsdaten können voneinander abweichen. Daher sollten Sie bei der Suche nach den Ursachen für Leistungsprobleme beide Aspekte berücksichtigen.
2. Technisches SEO und Indexierbarkeit
Überprüfen Sie, ob die wichtigen Seiten für Suchmaschinen zugänglich sind. Überprüfen Sie Crawling-Fehler, die Sitemap, die robots.txt-Datei, kanonische Tags und Weiterleitungen. Vergleichen Sie den Inhalt und die Funktionsweise der Seite auch auf Mobilgeräten mit der Desktop-Version.
3. Google-Unternehmensprofil und lokale Sichtbarkeit
Überprüfen Sie, ob das Profil verifiziert ist und ob die Basisdaten korrekt sind. Überprüfen Sie die Kategorie, die Öffnungszeiten, die Telefonnummer, die Adresse, die Fotos und die Verwaltung der Bewertungen. Anhand der im Google-Unternehmensprofil verfügbaren Daten können Sie außerdem nachvollziehen, welche Nutzerinteraktionen mit dem Profil stattfinden.
4. Nutzerpfad und Konversion
Untersuchen Sie, wie Besucher zur Hauptdienstleistungsseite, zum Angebotsanfrageformular oder zur Buchung gelangen. Webanalysedaten, Nutzerpfade und Abbruchpunkte bei Formularen können Aufschluss darüber geben, wo der Prozess ins Stocken gerät. Verwenden Sie Heatmaps nur mit entsprechenden Mess- und Datenschutzeinstellungen.
5. Sicherheit und Wartungsfreundlichkeit
Überprüfen Sie die Verwendung von HTTPS, den Aktualisierungsstatus des CMS und der Plugins sowie bekannte Sicherheitslücken. Beurteilen Sie den technischen Zustand nicht anhand eines einzigen Kennwerts. Berücksichtigen Sie auch die Häufigkeit von Patches und den Aufwand, der für einen nachhaltigen Betrieb des Systems erforderlich ist.
Wann sollte das Google-Unternehmensprofil an erster Stelle stehen?
Die Überprüfung und Aktualisierung des Unternehmensprofils kann ein guter erster Schritt sein, wenn das Unternehmen lokale Kunden bedient und das Profil unvollständig oder veraltet ist. Dies ist in der Regel eine gezieltere Maßnahme als eine komplette Neugestaltung der Website, löst jedoch für sich genommen nicht alle Probleme im Web.
- Überprüfen Sie den Namen, die Adresse, die Telefonnummer und die Öffnungszeiten des Unternehmens.
- Vergewissern Sie sich, dass die Kategorie und die Leistungsdaten korrekt sind.
- Aktualisieren Sie die entsprechenden Bilder und den Inhalt Ihres Profils.
- Reagieren Sie auf aktuelle Bewertungen sachlich und höflich.
Wenn die Website ordnungsgemäß funktioniert, das lokale Profil jedoch vernachlässigt wurde, kann es sinnvoll sein, zunächst das Profil zu optimieren. Gehen Sie jedoch nicht davon aus, dass das erwartete Ergebnis garantiert ist: Die lokale Sichtbarkeit wird von mehreren Faktoren beeinflusst.
Wann ist eine Überarbeitung oder eine komplette Neugestaltung der Website angebracht?
Nicht jede langsame oder leistungsschwache Seite erfordert einen kompletten Neuaufbau. Prüfen Sie zunächst, ob sich das Problem gezielt beheben lässt. Die Optimierung von Bildern, das Caching, die Behandlung kritischer CSS-Dateien oder die Überprüfung überflüssiger externer Skripte können geringfügige Maßnahmen sein, sofern das aktuelle System dies sicher zulässt.
Ein Redesign oder ein Plattformwechsel ist dann eher gerechtfertigt, wenn die derzeitige Technologie die Weiterentwicklung dauerhaft behindert. Anzeichen hierfür können regelmäßige Inkompatibilitäten bei Plugins, Sicherheitsrisiken, eingeschränkte Integrationsmöglichkeiten oder die Tatsache sein, dass selbst grundlegende Updates nur schwer durchgeführt werden können.
Vergleichen Sie bei Ihrer Entscheidung die zu erwartenden Kosten und Risiken der Korrekturen mit der Einführung des geplanten neuen Systems. Eine Neugestaltung allein garantiert weder bessere Platzierungen in den Suchergebnissen noch mehr Interessenten. Das Ergebnis hängt auch von der Umsetzung, den Inhalten, der technischen Ausführung und den Nutzerbedürfnissen ab.
Prioritätenplan: jetzt, nächster Schritt, später
Derzeit: überprüfbare, gezielte Korrekturen
- Aktualisieren und überprüfen Sie die Stammdaten Ihres Google-Unternehmensprofils.
- Sehen Sie sich den Bericht „Core Web Vitals“ in der Search Console an.
- Messen Sie einige wichtige Seiten mit PageSpeed Insights oder Lighthouse.
- Identifizieren Sie die Fehler, die sich direkt auf die Kontaktaufnahme, die Buchung oder die Angebotsanfrage auswirken.
Nächster Schritt: Erstellen Sie eine Reihenfolge für die Reparaturen
- Sehen Sie sich zunächst die Seiten an, die mit dem Umsatz oder der Kundenakquise in Zusammenhang stehen.
- Ordnen Sie die Aufgaben nach geschäftlichen Auswirkungen, Umsetzungsaufwand und technischem Risiko.
- Beheben Sie wichtige Fehler auf der mobilen Website, Probleme bei der Indexierung und veraltete Weiterleitungen.
- Wenn Sie die Conversion-Elemente ändern, messen Sie das Ergebnis. Führen Sie einen A/B-Test nur dann durch, wenn ausreichende Daten und geeignete Messparameter vorliegen.
Später: Planen Sie gegebenenfalls eine umfassendere Umgestaltung ein
Wenn die derzeitige Plattform den Betrieb dauerhaft einschränkt, erstellen Sie einen detaillierten Migrationsplan. Erfassen Sie die alten URLs, planen Sie serverseitige 301-Weiterleitungen und überprüfen Sie die Lösung vor der Inbetriebnahme. Befolgen Sie bei der Website-Migration die Anleitungen von Google Search Central. Beobachten Sie nach dem Start Crawling-Fehler, Weiterleitungen und die Leistung wichtiger Seiten.
Entscheidungsfragen für Führungskräfte kleiner Unternehmen
- Welches Problem wirkt sich unmittelbar auf das Geschäftsziel aus? Beispiele hierfür sind Ungenauigkeiten im lokalen Profil, Fehler auf der Seite des Ausschreibers oder eine umständliche Nutzung auf Mobilgeräten.
- Welche Maßnahme löst das Problem mit dem geringsten erforderlichen Aufwand? Entscheiden Sie sich nicht für eine komplette Neugestaltung, wenn eine gezielte Korrektur ausreicht.
- Ist die derzeitige Technologie nachhaltig? Berücksichtigen Sie dringende Reparaturen, die Risiken von Updates und den Entwicklungsprozess.
- Besteht ein Migrationsrisiko? Im Falle einer URL-Änderung sollten eine Weiterleitungsübersicht und ein Plan zur Überprüfung nach dem Start erstellt werden.
- Sind die erforderlichen internen Kapazitäten vorhanden? Berücksichtigen Sie bei der Festlegung der Prioritäten auch die Ressourcen in den Bereichen Entwicklung, SEO und Content.
Kurze Checkliste
- Google-Unternehmensprofil: Sind die Adresse, die Telefonnummer, die Öffnungszeiten und die Kategorie überprüft und auf dem neuesten Stand?
- Wichtige Websites: Haben Sie die LCP-, INP- und CLS-Werte gemessen und den Konversionspfad überprüft?
- Technisches SEO: Sind die Sitemap, die kanonischen Tags, die Indexierbarkeit und die Weiterleitungen in Ordnung?
- Nutzung von Mobiltelefonen: Funktionieren die Kontaktaufnahme und die Hauptfunktion auch auf dem Handy?
- Wartung: Sind das CMS und die Plugins auf dem neuesten Stand, und lassen sich die Sicherheitsrisiken bewältigen?
- Vor der Neugestaltung: Liegen ein Migrationsplan, eine URL-Übersicht und ein Plan für die Überwachung nach dem Start vor?
Zusammenfassung: Entscheiden Sie sich anhand der Messwerte, nicht anhand des Projektumfangs.
Das Google-Unternehmensprofil und die Website erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wenn das lokale Profil unvollständig ist, beginnen Sie damit, die Daten zu ordnen. Wenn wichtige Seiten langsam laden, schwer zu bedienen sind oder keine Kontaktmöglichkeiten bieten, prüfen Sie gezielte Verbesserungen an der Website. Ein komplettes Redesign sollte nur dann erfolgen, wenn technische Einschränkungen und der Wartungsaufwand dies tatsächlich rechtfertigen.
Der erste Schritt bei der Entscheidungsfindung ist eine kurze Bestandsaufnahme: Überprüfen Sie das Unternehmensprofil, sehen Sie sich die Berichte der Search Console an und bewerten Sie die wichtigsten Webseiten. Legen Sie anschließend auf der Grundlage dieser Erkenntnisse die Reihenfolge der zu vornehmenden Korrekturen fest.
Es ist nicht klar, welcher Teil der Website Aufmerksamkeit erfordert?
Fordern Sie ein kostenloses Website-Audit an. Die Bestandsaufnahme kann Ihnen dabei helfen, festzustellen, welche Bereiche einer genaueren Prüfung bedürfen.